Stefan Temmingh und Capricornus Barock-Consort Basel

Konzerte von Johann Sebastian Bach und Antonio Vivaldi

Der Südafrikaner Stefan Temmingh spielt fast die gesamte barocke Literatur für Blockflöte. Zusätzlich engagiert er sich für die Zusammenarbeit mit schwarzafrikanischen Musikern. Der Blockflötist erhielt Engagements bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, den Audi Sommerkonzerten und an der Bayerischen Staatsoper.

Zusammen mit dem Capricornus Consort Basel hat Stefan Temmingh 2017 eine Vivaldi-Einspielung veröffentlicht, die für die renommierten International Classical Music Awards nominiert wurde. Gründer, Konzertmeister und künstlerischer Leiter des Capricornus Consort ist der ungarische Geiger Péter Barczi. Das Ensemble besteht vorwiegend aus Absolventen des Alte-Musik-Konservatoriums „Schola Cantorum Basiliensis“.

Stefan Temmingh, Blockflöte
Capricornus Barock-Consort Basel unter Péter Barczi
Wiebke Weidanz und Sebastian Wienand, Cembali und Orgel

Kritiken

Kritik aus der Borkener Zeitung vom 07.05.2019

Stefan Temmingh in der Stadthalle Vennehof
Bach und Vivaldi auf der Blockflöte

Von Claudia Peppenhorst

Borken. Zum letzten Konzert der Kulturgemeinde der Stadt Borken war die Stadthalle gut gefüllt. Mehr als 300 Zuhörer genossen am Sonntagabend den großartigen Auftritt des Flötisten Stefan Temmingh und des zehnköpfigen Capricornus Consorts Basel, die spannende Bearbeitungen von Bach- und Vivaldistücken präsentierten.

Mit zwei Violinen, Bratsche, Cello und Kontrabass, sowie Laute und Gitarre, zwei Cembali, Orgel, Harfe und Salterio (das Hackbrett des Barock) hatte dass Capricornus Consort Basel unter der Leitung seines Konzertmeisters Péter Barczi sich über die ganz Bühne verteilt. Der ausgestellte Cembalodeckel zierte das Ensemble. Solist Stefan Temmingh glänzte in dieser Aufstellung mit seinem auffälligen Anzug wie ein Popstar. Die mit Auszeichnungen versehenen Musiker garantierten musikalischen Hochgenuss.

Mit Johann Sebastian Bachs "Liebster Jesu, wir sind hier" eröffnete das Consort das Konzert. Flötist Temmingh gläntze durch sein ausgesprochen virtuoses Spiel gleich im ersten "Concerto für Blockflöte G-Dur RV 312" von Antonio Vivaldi bei dem er im Allegro ein rasantes Tempo vorlegte. Bei den langen, tragenden Passagen offenbarte sich seine wahre Meisterlichkeit.

Zwei Bachkonzerte hatte das Ensemble in das Programm eingeschoben, dass es ohne diese Stücke für die begeisterten Besucher auf CD zu erwerben gab, Autogramme auf der Hülle gab es nach dem Konzert.

Die durch die Musikstücke wechselnde Besetzung ließ die Aufmerksamkeit der Zuhörer nicht abbrechen. So erhielt der Solist eine Partnerin bei Bachs "Konzert für Cembalo und zwei Blockflöten F-Dur BWV 1057". Bei Bachs "Konzert für zwei Cambali c-moll BWV 1060" setzte sich Temmingh entspannt in die erste Reihe und lauschte sieben der zehn Ensemblemitgliedern - ein herrliches Streicherquintett von zwei Cembali flankiert.

Reichlich Applaus nach jedem Stück zeigte, wie gut das Barockkonzert bei den Zuschauern ankam. Nach stehenden Ovationen nach dem rasanten "Concerto für Blockflöte G-Dur RV 443" von Vivaldi und den ausgelassenen Hüpfern, die sich der Solist während seines Spiels erlaubte, kamen die Musiker nicht um eine Zugabe herum.

Das Spiel von Stefan Temmingh ist vom ersten bis zum letzten Ton faszinierend. [...] Das fabelhaft aufgelegte Capricornus Consort Basel spielt mit Drive und Ausdruck und setzt in den Bach-Kompositionen ganz eigene Akzente.(RBB Kulturradio)

Noch nie hat man von einer Blockflöte Töne gehört, die so mühelos und so differenziert auf der gesamten Bandbreite von Klangfarbe und Dynamik gespielt wurden.“ ( Corriere della Sera)