Die Wanderhure - Nachholtermin!!!

Schauspiel nach dem Bestseller von Iny Lorentz und Motiven der gleichnamigen Verfilmung

Aufgrund der aktuellen Situation durch das Corona-Virus, hat der Kreis Borken am 12.03.2020 entschieden, alle nicht zwingend notwendigen Veranstaltungen vorerst auszusetzen.  Wir freuen uns diesen Nachholtermin gefunden zu haben. Die Auflagen lassen leider nur eine sehr begrenzte Personenanzahl in den Saal. Daher müssen gekaufte Einzeltickets rückerstattet werden.

 

Mit Cécile Bagieu, Reinhold Behling, Gregor Eckert, Benjamin Hirt, Anja Klawun, Pia Kolb, Stefan Rihl, Johannes Schön, Eva  Wittenzellner, Inszenierung: Thomas Luft, Live-Schauspielmusik von Georg Karger


Es könnte so einfach sein. Marie, Tochter eines reichen Tuchhändlers, liebt Michel. Keine gute Partie, so ein Wirtssohn, aber … Sie könnten weggehen aus Konstanz. Maries Vater allerdings hat ganz andere Pläne für seine Tochter. Die Frau von Ruppertus Splendidus soll sie werden, dem Sohn des Reichsgrafen von Keilburg.

Niemals! Stolz schmettert Marie dem ungeliebten Verlobten ihr Nein entgegen. Was sie nicht weiß: Sie und ihr Vater sind Opfer einer Intrige. Plötzlich wird Marie der Hurerei bezichtigt. Sie, die Unschuld selbst! Sie wird eingekerkert und vergewaltigt, kommt vors Kirchengericht, beteuert und fleht vergeblich. Ihr Vater, der sie schützen will, wird ermordet, Marie am Schandpfahl fast totgeschlagen und dann aus der Stadt gejagt.

Aber der Mensch ist ein zähes Wesen. Marie überlebt und schwört Rache. Nichts wird sie davon abbringen, die, die ihr Leben zerstört haben, zu stellen und zu vernichten. Doch sie – eben noch die ehrbare Bürgerstochter – ist entrechtet und ohne Heimat. Nur als Prostituierte kann sie sich durchbringen, als „Hübschlerin“, als Wanderhure. Aber als Hure hat sie auch Macht – wenn sie geschickt ist. Und alle ihre Gaben nutzt, ihre Schönheit, ihre Intelligenz und ihren Mut der Verzweiflung. Marie hat nichts mehr. Jetzt will sie Macht und Rache. Wird sie beides bekommen? Hat sie überhaupt eine Chance?

 

Schon immer waren Frauen mit Repression, Entrechtung und sexueller Gewalt konfrontiert. Maries heroischer Kampf gegen diese haarsträubende Ungerechtigkeit macht ihre Geschichte so spannend: ein opulentes mittelalterliches Sittengemälde um eine starke, faszinierende Frau und gleichzeitig ein hochaktueller Krimi voll aufwühlender Leidenschaft.

Die Verfilmung der WANDERHURE begeisterte rund 10 Millionen Fernsehzuschauer. Die Uraufführung der Bühnenadaption war die Erfolgsproduktion des Bad Hersfelder Festspielsommers 2014.
 

theaterlust

Kritiken

Kritik aus der Borkener Zeitung vom 23.09.2020

"Die Wanderhure" auf der Vennehof-Bühne
Publikum applaudiert Schauspielern im Stehen

Von Claudia Peppenhorst

Borken. Mittelalterliches Flair im Gewand einer modernen Inszenierung wurde einem 150-köpfigem Publikum mit dem Theaterstück "Die Wanderhure" am Montagabend in der Stadthalle Vennehof präsentiert. Als Nachholtermin der Theatergemeinde Borken stand das Schauspiel von Daniel Hohmann nach dem Bestseller von Iny Lorentz und Motiven der gleichnamigen Verfilmung auf dem Programm.

Unter coronabedingten Maßnahmen und mit weiten Sitzabständen läutete der Veranstalter damit zur Freude des Publikums und der Schauspieler die neue Saison ein. "Endlich wieder, endlich geht es weiter, endlich wieder etwas Normalität", so äußerten sich verschiedene Besucher, die sich begeistert von der Aufführung zeigten.

Für die Schauspieler von "theaterlust" bedankte sich Stefan Rihl bereits vor der Aufführung: "Es ist sechs Monate her, dass ich das letzte Mal auf einer Theaterbühne stand. Und der Grund, warum wir heute hier sind, ist, weil Sie heute hier sind." Kunst und Theater brauchen halt beides: Schaffende und Publikum.

"Die Wanderhure" ist eine gelungene Inszenierung, in der sich aufs Vortrefflichste Dramatik und Komik mischten, ebenso wie mittelalterliche Kostümierung mit moderner Bühnengestaltung. Riesige Rahmenquader aus Metallrohren wurden immer wieder verstellt, aufgerichtet, hingelegt und dienten den Akteuren als Gebäude, Tür, Tisch, Gefängnis oder Scheiterhaufen. Dabei blieben die Schauspieler nicht nur auf den Brettern der Bühne, sondern kletterten, erhoben sich in die Luft, tantzen und wurden ein wenig zu Akrobaten. Damit unterstrichen sie dramatische Szenen, schafften Überleitungen und erstaunten das Publikum.

Acht Schauspieler - neben Anja Klawun in der Rolle der Wanderhure - schlüpften in 26 verschiedene Rollen und Charaktere. Eine Meisterleistung. Lichteffekte und Musik aus der Konserve, und live von einem kleinen Ensemble im Bühnenhintergrund gespielt, verbanden auch hier mittelalterliche Klänge mit Rockgitarren, die ideal zum "Huren-Rap" passten. In diesem hieß es: "...wir sind die Würmer in Gestalt von Täubchen/Eure Lust unser Streben/So ist's doch auch von Gott gegeben/Wir müssen huren, um zu leben!"

Da wurde so manchem Zuschauer klar: Sexarbeiterinnen hatten es nicht nur im Mittelalter schwer. Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für diese Aufführung.

Fotos und mehr dazu: www.borkenerzeitung.de