Die Physiker - ausverkauft!!!

Schauspiel von Friedrich Dürrenmatt

Mit Hellena Büttner, Peter Bause u. a., Regie: Herbert Olschok

Inhalt
In dem beschaulichen Schweizer Sanatorium Les Cerisiers werden zwei Krankenschwestern ermordet, angeblich erdrosselt von ihren Patienten. Auf den ersten Blick erscheinen diese durchaus harmlos: Der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Sir Isaac Newton und dem dritten – Johann Wilhelm Möbius – erscheint der König Salomon. Doch unter den Augen des mit dem Fall betreuten Inspektors Voß offenbart sich immer deutlicher, dass hier nichts so ist, wie es scheint. Möbius z.B., ist nicht etwa ein ‚Irrer‘ sondern ein brillanter Physiker, der die „Weltformel“ entdeckt hat. Weil aber deren Anwendung katastrophale Folgen für die Menschheit haben würde, versteckt er sich im Irrenhaus, in der Hoffnung, sein Wissen vor der Welt zu verheimlichen. Doch wie lange kann einmal Gedachtes tatsächlich verborgen bleiben? Mathilde von Zahnd, die missgestaltete Besitzerin und Chefärztin des Irrenhauses, hat bereits Kopien der Aufzeichnungen Möbius’ erstellt und will mit der Formel nun die Weltherrschaft erringen. Das Irrenhaus entpuppt sich als Falle, und so treibt das Geschehen, allen Bemühungen Möbius‘ zum Trotz, unaufhaltsam auf die »schlimmstmögliche Wendung« zu. 1962 am Zürcher Schauspielhaus uraufgeführt, wurde „Die Physiker“ sofort zum Publikumsrenner und war in der Spielzeit 1962/1963 das meistgespielte Stück auf deutschen Bühnen. Auch Jahrzehnte später gehört es noch zu den am häufigsten aufgeführten Stücken Dürrenmatts und ist Pflichtlektüre an vielen Schulen.

Für Schulklassen sehr geeignet!

Tournee-Theater Thespiskarren

Kritiken

Kritik aus der Borkener Zeitung vom 13.02.2020

Ensemble beweist Aktualität des Stoffes
Eine großartige Inszenierung der "Physiker"

Von Claudia Peppenhorst

Borken. Eine sensationelle Aufführung des Bühnenklassikers "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt erlebten die Theaterbesucher am Dienstagabend in der ausverkauften Stadthalle im Vennehof. Sowohl die älteren Zuschauer als auch die vielen Gymnasiasten, die die Komödie in den vergangenen Monaten im Unterricht besprochen hatten, waren von dem Zweiakter begeistert.

Mit den scharfen Klängen aus dem Film "Psycho" wurde gleich zu Beginn klar gemacht, in welcher Umgebung das Stück spielt: ein "Irrenhaus". Drei Physiker sind die Patienten  - Newton, Einstein und Möbius. Inspektor Voß untersuchte das aktuelle Tötungsdelikt: die zweite Krankenschwester.

Doch der Mörder, nach Newton jetzt Einstein, der seine Schwester umgebracht hatte, bleibt wegen seines Geisteszustandes unbehelligt. Für Irrenärztin von Zahnd sind die Mörder nur Täter: "Für wen sich meine Patienten halten, bestimme ich." Der dritte Physiker, Möbius, bricht die letzten Kontakte zu seiner Familie ab und erdrosselt schließlich auch seine Krankenschwester.

Im zweiten Akt des Klassikers nach der Pause, in der sich viele Besucher sehr lobend über die Aufführung äußerten, entwickelte sich die Dramatik der Komödie bis zu ihrem Höhepunkt. Der gar nicht verrückte Möbius, der die Weltformel entdeckt und aufgeschrieben hatte, wurde von den beiden anderen auch nicht verrückten Physikern, die eigentlich Geheimagenten verschiedener Mächte waren, bedrängt, mit der jeweiligen Seite zusammenzuarbeiten.

Hier zeigte sich deutlich die hervorragende Wandlungsfähigkeit aller anderen Schauspieler neben dem grandiosen Peter Bause (Möbius). Doch der hatte sein Manuskript verbrannt. Jetzt wären eigentlich alle frei - hätten sie nicht einen Mord begangen.

Schließlich stellte sich die Irrenärztin als die einzige Verrückte heraus. Sie hatte das Manuskript zuvor fotokopiert und strebte nun die Weltherrschaft an. Ohne Übertreibung verwandelte sich Hellena Büttner mit kleinen Gesten und unscheinbarer Mimik von der besorgten Ärztin zur Irren.

Den Physikern blieb am Ende nichts anderes übrig, als in ihrer Rolle als die verrückten Physiker weiter in der Irrenanstalt ihr Leben zu fristen. Die Fragen zur Ethik der Wissenschaftler und Wissenschaft wurden in diesem Stück aus dem Jahr 1962 aufgeworfen, sind aber heute aktueller denn je und lassen sich sicher auch auf andere Bereiche wie Politik und Marktwirtschaft erweitern.

Zum Schluss gab es für das Ensemble "Thespiskarren" von einem zufriedenen Publikum viel und langen Applaus.