Das Abschiedsdinner

Komödie mit Michael von Au, Ralf Komorr, Saskia Valencia

Komödie von Matthieu Delaporte/ Alexandre de la Patellière
 

Was, wenn ein Treffen mit alten Freunden zur bloßen Verpflichtung gerät? Wenn man sich immer dieselben Geschichten erzählt und hinter dem Rücken des jeweils Anderen eigentlich nur noch lästert? Dann könnte man sich doch auch gleich von der belastenden Beziehung verabschieden, oder? So sehen es jedenfalls Peter und Katja Vorberg, die keine Lust mehr haben, 35 % ihrer freien Abende mit aufwendiger Freundschafts- und Kontaktpflege zu verbringen. Das sogenannte „Abschiedsdinner“ soll Abhilfe schaffen. Es wird für solche Freunde gegeben, die eigentlich nur noch aus Gewohnheit eingeladen werden. Beim Lieblingswein jener Wegbegleiter, umringt von den Geschenken, die man im Laufe der Zeit von ihnen erhalten hat und bei deren Lieblingsmusik soll ein Essen kredenzt werden – alles, ohne den Betreffenden zu sagen, dass es das letzte Ma(h)l sein wird. Die Vorbergs beschließen, es zu versuchen und wählen als erstes Paar Anton und Bea aus. Alles wird arrangiert und steht bereit für den letzten gemeinsamen Abend. Doch Anton kommt ohne Bea. Peter und Katja erschrecken – was, wenn er etwas merkt?! Doch zu spät, Anton entlarvt sie. Erst geschockt, möchte er dennoch versuchen, die Freundschaft zu retten und schlägt vor, eine Art Therapiestunde abzuhalten. Was folgt, ist ein genialer Schlagabtausch der beiden Männer, die sich im Verlauf des Abends nichts schenken und alles auspacken, was sie sich in den langen Jahren ihrer Freundschaft nie gesagt haben. Rasant und gnadenlos schaukeln sie sich unter der Beobachtung von Katja gegenseitig hoch, bis letztendlich eine Handvoll Erdnüsse die kathartische Läuterung vollbringt.


PRESSESTIMMEN

Ein äußerst vergnüglicher und turbulenter Theaterabend
Dass Michael von Au sehr kurzfristig (…) eingesprungen ist und (…) die Rolle von Anton Rother übernommen hat, tat dem gelungenen Auftritt keinen Abbruch. (…) Eine überaus gelungene Rettungsaktion wohlgemerkt, die vom Publikum mit begeistertem Applaus gefeiert wurde. Hut ab vor der Leistung der drei Schauspieler, allen voran Michael von Au, dessen Einsatz den Theaterabend erst möglich machte.
GUNZENHAUSEN Tina Ellinger, Nürnberger Presse, 15.5.2019.

Der Ersatz überzeugte auf ganzer Linie
Michael von Au übernahm kurzfristig für Ingolf Lück die Hauptrolle in der Komödie „Das Abschiedsdinner“ – Zuschauer waren begeistert

Mit dem bekannten Theaterschauspieler und Fernsehliebling Michael von Au konnte das Tournee-Theater Thespiskarren aus Hannover glücklicherweise einen phänomenalen Ersatz engagieren, dem nur wenige Stunden blieben, das Stück einzustudieren. Der sympathische Ersatz, der einem breiten Fernsehpublikum durch Serien wie „Das Traumschiff“, „Soko München“, „Samt und Seide“ oder Rosamunde-Pilcher-Filme bekannt ist, wusste die ihm zugedachte Rolle ganz fabelhaft zu spielen. Für das Publikum wurde „Das Abschiedsdinner“ zum reinsten Vergnügen. (…) Die Komödie überzeugte mit rasanten Dialogen, Sprachwitzen und bösen Humor – ein Stück, in dem aufgezeigt wurde, dass die persönlichen Eigenarten eines jeden das Salz in de Suppe zwischenmenschlicher Beziehungen sind.
EPPELHEIM Sabine Geschwill, Rhein-Neckar-Zeitung, 14.5.2019.

Rettende „Kamikaze-Aktion“
Am Ende erhebt sich das Publikum von den Sitzen und zollt namentlich Michael von Au, aber auch seinen beiden Mitstreitern Saskia Valencia und René Steinke, großen Respekt für eine im Wortsinne extraordinäre Darbietung und Leistung (…). Das Trio (…) legt eine Komödie hin, die es an rein gar nichts fehlen lässt – unterhaltsam, humorvoll, flott und (…) wunderbar gespielt.  (…) Michael von Au scheint mit einer Art verblüffender Multitasking-Fähigkeit das Ablesen des Textes vom darstellerischen Element seiner Darbietung abkoppeln zu können – sein witziges, mitreißendes Spiel lässt nichts vermissen.
HERDORF (aww), Siegener Zeitung, 2.5.2019.

Michael von Au brilliert
Das Schauspieler-Trio, das (…) die Zuschauer begeisterte.
Michael von Au
spielt sich Zeile für Zeile ins Herz der Zuschauer.
Es gibt hoch verdient stehende Ovationen von 380 Zuschauern. Viel wurde gelacht, vielleicht auch die eine oder andere Träne vergossen. Das Schauspieltrio verneigt sich und winkt ins Publikum. Den dicksten Applaus des Abends erntet von Au: Für Improvisationsschauspiel vom Feinsten.
HERDORF Johannes Mario Löhr, Rhein-Zeitung, 2.5.2019.

Komödie Berlin/ Komödie Winterhuder Fährhaus
Theater Thespiskarren

Kritiken

Kritik aus der Borkener Zeitung vom 08.10.2020

"Das Abschiedsdinner" in der Stadthalle
90 Minuten lang lachen und abschalten

Von Claudia Peppenhorst

Borken. 90 Minuten lachen, 90 Minuten abschalten - und die großartig gespielte Komödie "Das Abschiedsdinner" genießen ... Das konnten die Zuschauer am Dienstagabend in der Stadthalle im Vennehof. In dem Drei-Personen-Stück brillierten Michael von Au als Anton Rother, Saskia Valencia als Katja Vorberg und Ralf Komorr als Peter Vorberg.

Die rasante französische Komödie von Matieu Delaporte und Alexandre de la Patellière beschäftigte sich mit einem Thema, das jedem Zuschauer bekannt vorkam: Wie wird man Freunde los, die nerven, mit denen man sich nichts mehr zu sagen hat, mit denen die halbjährlichen Treffen zur Routine und Pflicht geworden sind? "35 Prozent der freien Zeit geht für Leute drauf, die man eigentlich nicht sehen will", rechnet Peter seiner Frau vor und will den Zustand ändern. Ausgerechnet sein alter Schulfreund Anton und dessen Gattin Bea müssen das "Abschiedsdinner" bestehen, für das ein Bekannter namens Borris die Regeln aufgestellt hat: Die Eingeladenen wissen von nichts, es wird deren Lieblingsmusik gespielt und es gibt einen sündhaft teuren Wein aus dem Geburtsjahr der Eingeladenen. Es soll ein unvergesslicher Abend werden - nämlich der letzte.

Anton kommt allerdings ohne Bea, die eine Theateraufführung hat. Er erzählt überschwänglich von seinem verstorbenen Analytiker, seiner Dissertation, bei der er ein Wort verändert hat, aber dadurch das Thema radikal und Anton riecht den Braten, als ihm dieser besondere Wein seines Jahrgangs serviert wird. Denn er kennt Borris und die Abschiedsdinner.

Mit einem Rollentausch versucht Anton die Freundschaft zu retten, Peter und er wechseln die Kleidung auf der Bühne - zur Freude der Zuschauer sogar die Unterhosen, was durch die wuchtige Couch verdeckt wird. Ohne Peters Frau Katja gelingt es ihm, seinen alten Freund wieder in die Spur zu bringen. Denn als Argument für das Ende der Freundschaft hatte Peter vorher nur viele, hohle Worte: "Auf dein großes Warum habe ich nur ein kleines Weil. Das Dahinsiecht, sollte man in Schönheit sterben lassen." Die Freundschaft ist am Ende gerettet. Dass man sich sogar einmal die Woche treffen will, kann Peter seiner Frau nicht vermitteln - nur, dass das Abschiedsdinner gescheitert ist.

Der lange Applaus war die Verbeugung des Publikums vor der hervorragenden Leistung der Schauspieler und der tollen Inszenierung.