4. Konzert: Antje Weithaas, Violine & Silke Avenhaus, Klavier

Sonaten von L.v. Beethoven, R. Schumann

Antje Weithaas gastierte als Solistin mit berühmten Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic und der BBC Symphony. Häufig leitet sie als Konzertmeisterin zugleich selbst das Orchester; so war sie zehn Jahre künstlerische Leiterin der Camerata Bern. Ein Schwerpunkt ihrer kammermusikalischen Tätigkeit liegt auf dem Spiel mit dem Arcanto Quartett. 

Antje Weithaas tritt zusammen mit ihrer langjährigen Kammermusikpartnerin Silke Avenhaus, Klavier, auf. Sie springt dankenswerterweise für den erkrankten Pianisten Dénes Várjon ein.

Kritiken

Kritik aus der Borkener Zeitung vom 10.03.2020

Kammermusikkonzert in der Stadthalle
Mal düster, mal romantisch

Von Claudia Peppenhorst

Borken. Eine sehr intime Atmosphäre herrschte bei dem schönen Kammermusikkonzert am Sonntagabend in der Stadthalle Vennehof. Das lag zum einen an den wenigen Zuhörern, zum anderen an dem konzentriert zuhörendem Publikum und schließlich an der Auswahl der drei Stücke.

Antje Weithaas (Violine) und Silke Avenhaus (Klavier), die für den erkrankten Pianisten kurzfristig eingesprungen war, präsentierten zwei Violinsonaten von Ludwig van Beethoven und eine von Robert Schumann. Nicht nur bei Beethovens Sonate für Klavier und Violine a-moll, op. 23, auch im weiteren Konzert hätte man jederzeit eine Stecknadel fallen hören können. Düster-gespannt interpretierten die beiden Solistinnen das Werk, das eigentlich in die Winterzeit passt und dennoch einen wohlgefälligen Charakter hat, der die Zuhörer begeisterte.

Das Pendant zu diesem Werk wäre die Frühlingssonate op. 24 gewesen, die zwar nicht auf dem Programm stand, dessen ersten Satz die Künstlerinnen aber als Zugabe an den Schluss des Konzerts setzten und damit das Publikum hoffnungsfroh entließen.

Zuvor gab es Romantik pur mit Schumans Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 a-moll, op. 105. Innerhalb weniger Tage im September 1851 entstand Schumanns heute häufig mit Cello aufgeführte a-moll-Violinsonate. Das eingängige Hauptthema zerbröselte gegen Ende, und auch im zweiten Satz schien sich der Komponist nicht so recht zwischen Romanze und Scherzo entscheiden zu können, was sich im dritten Satz mit melodiösem Thema und Toccatamotiv fortsetzt. Das setzten die beiden Musikerinnen hervorragend um, ohne das Publikum allzu sehr zu überfordern.

Mit pathetischem Ton und sinfonisch anmutend präsentierten sie die Sonate c-moll, op. 30 Nr. 2 im zweiten Teil des Kammermusikkonzertes. Beethoven hatte sie dem jungen Zar Alexander I. gewidmet. Das "Heroische", was viele für so typisch für Beethoven halten, zeigte sich deutlich in dieser Sonate: dunkle Tremoli im Klavier fortissimo Akkorde, ein marschartiges zweites Thema, ein pianissimo mit einem "heiligen" Gesang. Im Finale erklangen die beiden Themen sowie deren Motive in ständig neuer Variation.

Das Publikum bedankte sich am Ende bei den beiden Musikerinnen mit langem Applaus für das schöne Konzert.

„…Antje Weithaas nimmt erst in den vergangenen Jahren langsam den Platz ein, der ihr als einer der größten lebenden Geigerinnen gebührt.“ (Berliner Zeitung)

„Várjons brillante Technik und der phantasievolle Ansatz verwandeln jedes Stück in eine fesselnde Geschichte.“ (The Guardian)